Chronik der Lechner Buam

 

1958 haben die Brüder Franz Grafeneder und Karl Weirer begonnen mit Akkordeon und Trompete Musik zu machen.

Ihre Vorbilder waren die Oberkrainer, die sie einmal in St.Aegyd gehört haben.

Kurze Zeit später (etwa 1959) kam Weirer Josef (Knoll) mit der Klarinette zu den beiden. Wieder etwas später gesellte sich Gruber Josef (Intaler Sepp) mit dem Schlagzeug dazu.

 

Zu diesem Zeitpunkt haben sie ganz bescheiden bei kleinen Ereignissen schon Musik gemacht.

Dabei hat sie der Zöchling Poldl (Pollwisch) gehört und gefragt ob er mit der F-Posaune mitspielen könnte. Ab diesem Zeitpunkt waren sie fürs Erste komplett und spielten schon bei kleinen Anlässen.

 

Zu dieser Zeit wurde auch schon der Name  "Lechner Buam" geboren.

 

1962 kauften sie eine kleine Verstärkeranlage mit einem Mikrofon.

Ihr Schlagzeuger Sepp ist dann ins Weinviertel verzogen und 1963 musste dann schon der  jüngere Bruder Hans Grafeneder mit der Gitarre einspringen. Dazu eine Bemerkung zu diesem Fall:

"Wir  spielten dann schon einige Unterhaltungen auch nachts. Wenn es um Mitternacht geheißen hat, die Gendarmerie ist im Lokal, mussten wir schnell unseren Jüngsten verstecken. Dies wiederholte sich einige Male." (Karl Weirer)

 

Die Einsätze bei Veranstaltungen wurden immer mehr. Zu dieser Zeit existierte ja noch keine Gruppe ähnlicher Art.

Zu dieser Zeit hatten sie schon eine Spielerei im Burgenland (im Seewinkel) aufgenommen. Dabei unterstützten sie die "Klaufhofer-Dirndln" mit Gesang. Dies war ein Bombenerfolg. Es war ein Kirtag und die Musikgruppe in einem anderen Gasthof musste aufhören, weil sich die Leute alle zu den Lechner Buam gesellten.

 

1966 verletzte sich Knolln Sepp beim Hakelziehen einen Finger und sie mussten sich um einen Ersatz umschauen. Ein Klarinettist war nicht aufzutreiben. So nahmen sie Hans Perthold mit seinem Schlagzeug als Klangverstärkung. Kurze Zeit hatten sie auch wieder eine Sängerin (Heindl Hermi).

 

1973 äußerte dann Knolln Sepp den Wunsch aufhören zu können, weil in seiner Landwirtschaft viel Arbeit war. Die Lechner Buam  konnten Heinrich Lampl (Kandlhofer) als Klarinettisten gewinnen und so war der Weiterbestand gesichert. Er spielte dann noch 5 Jahre 1978 bis zum Schluss der Gruppe.


 

1978 – Schluss der Lechner Buam,

1983 – Beginn der Lechner Buam!

 

Schon vor dem offiziellen Start der "jungen" Lechner Buam trat Franz Grafeneder sen. mit seinen drei Buben im Radio auf, damals mit Gesang und Begleitung.

 

Der Mitbegründer der Urformation, Karl Weirer, nahm sich seiner Neffen und seinem Sohn an und so entstand die zweite Generation der Lechner. Mit dabei damals Willi, Hubi, Reini und Franz Grafeneder und Karl Weirer jun., genannt Jock. Unter fachkundiger Leitung der Väter begannen die Söhne, der jüngste gerade erst einmal 10 Jahre, gemeinsam zu musizieren – DIE Lechner Buam waren geboren!

 

Zu Beginn war auch eine Sängerin in den Reihen der jungen Lechner Buam, Christine Winter, und da noch keiner den Führerschein hatte, kutschierte sie oft der Vater von Reini, Hans Grafeneder.

 

Bald schon kamen Buchungen aus dem ganzen Bezirk und darüber hinaus, auch in Richtung Steiermark. Ein Höhepunkt war 1984 ein Auftritt in Holland, wo die niederländischen Mädels den Burschen ganz schön einheizten (und umgekehrt) Wild

 

Im Frühjahr 1985, so um Ostern, kam Schnetzinger Peter, zu den Lechner Buam und verstärkte das Team  ca. 2 Jahre lang.

 Mit ihm wurde auch die Produktion "Quer durch Österreich" eingespielt.

 

Ab 1987 spielt für die nächsten drei Jahre Hans Gstöttner die Trompete.

 

Mit der LP "Kumm zu mir" wagte sich das Ensemble 1988 auf neues Terrain. Sie produzierten in diesem Jahr eine LP mit lauter modernen Melodien.

 

Die ureigenste Linie der Lechner Buam war aber immer die Oberkrainermusik, und somit schwenkten sie nach diesem Exkurs wieder zurück in altbekannte und –bewährte Gebiete.

 

Zwei kurze ungewollte Unterbrechungen entstanden durch Unfälle von Hubert, einmal auf der Fahrt in die Kaserne nach Mautern und einmal geradewegs in die Fassade eines ortsbekannten Freudenhauses Pfeift

  

1991 hat es den letzten großen Einschnitt bei den Musikern gegeben. Anstelle von Karl Weirer ist Siegi Binder am Akkordeon und Poldi Dollfuß an der Trompete dazugekommen.

Von diesem Jahr an ging es auf der Erfolgsleiter steil bergauf:

Im selben Jahr noch im Herbst erreichten sie nach goßartigen Erfolgen in den Vorausscheidungen das Fernsehfinale der "Krone der Volksmusik", damals übrigens absolut LIVE. Mit seiner Interpretation von Wolfi Sorgers "Bariton-Lechner" sollte Willi in die Oberkrainer-Geschichte eingehen. Geschlagen nur von 2 Titeln mit Gesang lieferten die Lechner Buam den besten Instrumentalbeitrag dieses Wettbewerbes ab.

 

Im selben Jahr wurde die CD "Blumen der Musik" mit Willis Erfolgstitel produziert.

 

Ein kurzes Intermezzo feierte auch Reinis Bruder Martin, der die Lechner mit Schlagzeug und E-Bass verstärkte.

 

Dieser höchst erfolgreiche Start in neuer Besetzung schlug sich auch in den Buchungen nieder. In den 90-er Jahren wurde aus der regionalen Gruppe, die vorrangig im Raum Niederösterreich spielte ein internationales Ensemble, welches den gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus bereiste. Ende der 90-er-Jahre und Anfang 2000 waren sie 5x in Korfu, der zweiten Heimat unserer Kaiserin Sissy, in Tunesien und im gesamten deutschsprachigen Europa unterwegs.

 

1996 und 1997 stand die nun schon sehr erfolgreiche Besetzung wieder an Messers Schneide – Siegi verlor durch eine Erkrankung in der Motorik seinen rechten Zeigefinger und Poldi zertrümmerte sich bei einen schlimmen Unfall den gesamten Kieferschädel, Jochbeine u.s.w.

Doch nicht einmal so herbe Rückschläge konnten die Formation zerreißen. Genau hier zeigte sich die große Stärke der Lechner Buam - nach einem Dreivierteljahr mit Aushilfsmusikern staden sie wieder in der nunmehrigen Originalbesetzung auf der Bühne.

 

1998 traten die Lechner Buam als erste spielende und TANZENDE Boygroup der Krainerszene auf, nämlich bei der "Krone der Volksmusik" in Kapfenberg. Ihr Titel damals war der "Herby-Rap.

 

1999 erschien die CD "Dass' so was gibt", wo sich das Ensemble auch ein wenig in die Schlagerabteilung wagte. 

 

Immer wieder gerne gebucht von den Radiostationen kam 2001 mit der Produktion "Ein Rendezvous, Musik und du" ein riesen Schritt auf der Erfolgsleiter – Der erste Musikantenstadl-Auftritt, 2002 in Bozen.

 

Danach klopften auch die anderen Fernsehstationen an die Tür, es entstanden die Videos zu den "Melodien der Berge", Karl Moik meldete sich auch wieder für einen Stadl-Auftritt an, Marianne und Michael drehten mit den Lechner Buam bei den "Lustigen Musikanten" u.s.w u.s.w.

 

2003 erschien das Album "Wir lassen's lechnern" – Wie schon bei den anderen Produktionen durfte auch hier der obligate Bariton-Titel nicht fehlen.

 

2004 zollte Poldi seinen schweren Kiefer- und Jochbeinverletzungen Tribut. Es wechselte in der Formation zum vielseitigen Allrounder und an der Trompete kam sein Bruder Christian zur Verstärkung. Doch die Oberkrainertrompete hat's in sich und so ersetze Alex Wartner aus Kaprun den damals mit schweren Kieferproblemen scheidenden Christian.

Alex, ein hervorragender Youngstar-Trompeter spielte 2 Jahre mit den Lechnern, danach entschied er sich für eine Karriere bei "Viera-Blech" und gut gebuchter Trompeter bis hin zu den Wiener Philharmonikern.

 

Das gesamte erste Jahrzehnt der Zweitausenderjahre waren die Lechner-Buam unterwegs, um die Krainerbühnen zu bespielen – und sie sind mit allen absoluten Topgrößen der Branche auf der Bühne gestanden. Ob der italienische Staatspräsident, die Landeshauptleute der österreichischen Bundesländer, sie alle waren bei den Auftritten der Lechner Buam bei den diversen Großveranstaltungen. Nicht zuletzt hat ihnen der "Vater der Oberkrainermusik", Slavko Avsenik gratuliert zu ihren Leistungen.

 

2005 erschien die CD "A Krainer is' meiner" mit dem mittlerweile legendären gleichnamigen Titel auf diesem Tonträger. Er wurde 2012 vom Komponisten Siegi Binder dem Hause Avsenik gewidmet.

 

2008 kam die nunmehr letzte CD auf den Markt, "25 Jahre – Zum Jubiläum". Darauf zu hören ist ein bunter Querschnitt durch das Bühnenprogramm der Lechner, unter anderem auch die erste Bearbeitung des "Böhmischen Traumes" im Oberkrainerstil.

 

 

Und heute, nach 30 Jahren Bühne  stehen sie da und lassen die Zeit Revue passieren. Unzählige Freunde und Kollegen sind gekommen, um mit ihnen zu feiern. Nun haben sie's geschafft – die am längsten dienende Oberkrainerformation in gleicher Besetzung.

 

Und jetzt können sie mit ruhigem Gewissen sagen: "Schön war's! Nicht immer einfach, aber keiner der Lechner Buam möchte nur eine Minute dieser Zeit missen. Danke an alle Gönner und Wegbegleiter und danke den Kollegen untereinander – jeder hat seinen Beitrag zur Formung dieser Gruppe beigetragen!"